2015 – Die Wand

nach dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer
Aufführungsrechte: Ullstein Verlag
für den Theatersommer eingerichtet von Christiane Wolff

Eine epische und trotzdem stark atmosphärische Inszenierung

REGIE: Christiane Wolff
MIT: Renate Winkler

KONZEPTION
Mit der Inszenierung von Marlen Haushofers Roman DIE WAND, stellte sich Christiane Wolff einer besonderen Herausforderung: erstmals entstand in ihrer Bearbeitung ein Monologstück, eine formale Variante, die aus gutem Grunde nie zuvor gewählt worden war. Denn im Gegensatz zum klassischen, geschützten Theaterraum steht eine Aufführung im Theatergarten in steter Konkurrenz mit der sie umgebenden, lebendigen und somit unkontrollierbaren Natur, muss sie sich in jedem Moment dem Wettstreit mit dieser um die Aufmerksamkeit des Publikums zu stellen. Ein Kampf, der doch, dank der geschickten inhaltlich-dramaturgischer Verknüpfung mit dem Ausgangsstoff, den Parallelen zum Einzelkämpfertum der namenlosen Protagonistin welche der rauen Berglandschaft täglich das eigene Überleben abzuringen hat, zu einer der großen Stärke des durchgängig ausverkauften, beinahe hypnotisch zu nennenden Abends lancierte.

Eine Frau ist mit Verwandten in die Berge gefahren. Während das Ehepaar hinunter ins Dorf geht, zieht sie es vor, in der Jagdhütte zu bleiben. Als ihre Gastgeber nicht zurückkehren, macht sie sich auf die Suche und stößt auf ihrem Weg an ein unsichtbares Hindernis. Jeder Versuch, dieses Etwas zu durchbrechen, scheitert. Komplett auf sich zurückgeworfen, stellt sich die Heldin dem Überlebenskampf in der Abgeschiedenheit der Natur und öffnet sich einem erstaunlichen Selbstfindungsprozess. Zu ihren Gefährten – dem Jagdhund Luchs, der Kuh, der Katze – entwickelt die Heldin eine tiefe, reine Liebe. Sie leidet aber auch unter der neuen Verantwortung. Das Annehmen des Daseinskampfes löst radikales Nachdenken aus und eröffnet ihr die Möglichkeit, den Sinn ihres Lebens neu zu empfinden. Sie überlässt sich allen Lebensgefühlen, von Verzweiflung und Angst bis zu hingebungsvoller Liebe; sie akzeptiert die harte Arbeit. „Etwas Neues wartete hinter den Dingen“: Eines Tages ist der Schnee der Schnee, die Sterne sind die Sterne, die Freude die Freude. Sie selbst aber ist sie selbst, verbunden mit allem zu einem großen Wir, ein Dasein im Frieden – nicht mehr und nicht weniger.

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PRESSESTIMMEN

ZUSCHAUERZAHLEN
2015: 795 Zuschauer

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