2020 – Pippi Langstrumpf

von Astrid Lindgren
In einer Bühnenfassung von Christian Schönfelder
Für den Theatersommer eingerichtet von Christiane Wolff
Alle Rechte beim Verlag für Kindertheater

REGIE: Diana Gantner
BÜHNENBILD UND KOSTÜME: Leif Erik Heine
MIT: Stephanie Friedrich, Farina Violetta Giesmann, Lukas Spitzenberg, Christian Werner

Pippi Langstrumpf lebt den Traum aller Kinder – genussvoll und anarchisch, kindlich unbekümmert, zugleich ohne Eltern vollkommen selbstbestimmt und radikal frei. Mit signalroten Zöpfen und geringelten Strümpfen, als Besitzerin der legendären Villa Kunterbunt, ist sie unter den starken Figuren Astrid Lindgrens die allerunsterblichste. Ihre Geschichten sind Kult, und so war es höchste Zeit, sie ins Kindertheater des Theatersommers einzuladen!

Kinder lieben Pippi seit Generationen, weil Pippi einfach alles darf und alles kann. Sie geht ins Bett wann sie will, zum Frühstück kocht sie für sich und ihre Tiere auch mal Spaghetti, über die Polizei macht sie sich ungestraft lustig und Bösewichte besiegt sie spielend. Jeder Widerstand gegen Pippis frechen Charme ist zwecklos. Mit der größten Selbstverständlichkeit erfindet sie phantastische Geschichten, jongliert nach Bedarf sowohl mit Worten als auch mit Tatsachen und verwirrt damit das enge Denken aller Kleinstadtbewohner. Die Villa Kunterbunt ist ihr Heim, sie ist ein Kind, also lebt sie in einem Kinderheim – da fällt der humorlosen „Tante“ vom Waisenrat nichts mehr ein. Dagegen können die Nachbarskinder Annika und Thomas ihr Glück kaum fassen, denn das unbezwingbare, fröhliche Mädchen erweist sich als die beste und großzügigste Freundin. „So eine Freundin will ich auch haben – oder am besten gleich so sein wie Pippi“, werden alle kleinen Zuschauerinnen und Zuschauer im Theatersommer denken, wenn das gewohnt spielfreudige Ensemble mit einem vergnüglichen Feuerwerk an Ideen eine Hommage an die liebenswerteste Kinderfigur aller Zeiten feiert.

STORY

Der Vater von Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf ist hauptberuflich Kapitän und Inselkönig. Während er auf See und Pippis Mutter im Himmel wohnt, hat es sich die Tochter in ihrer lustig bunten Villa bequem gemacht. Hier lebt sie allein, aber glücklich mit ihrem Affen Herr Nilsson und mit ihrem Pferd Kleiner Onkel. Pippi besitzt einen Koffer voll Gold, sprudelt vor Einfällen und hält sich nur an eine Regel: Vorschriften gelten für sie nicht. Sie geht auch nicht in die Schule, lieber will sie voller Lebensfreude alles genießen! Kein Wunder, dass Annika und Thomas hingerissen sind von ihrer neuen Nachbarin, denn sie ist einfach die beste Medizin gegen Langeweile.

Für die Bewohner des kleinen Spießer-Städtchens wird jede Begegnung mit Pippi zu einem herausfordernden Abenteuer. Frau Prysselius möchte Pippi nur zu gern ins Kinderheim stecken. Der starke Alfons vom Zirkus will sie niederringen. Der Gauner Donner Karlsson und sein Kumpan Blom haben es hartnäckig auf Pippis Goldstücke abgesehen. Frau Settergren lädt sie zum Kaffeekränzchen ein, verliert aber am Ende die Nerven und dann kommen zwei Polizisten, um Pippi einzufangen. Sie trickst die beiden aus, wie sie überhaupt alles mühelos meistert. Und doch – als ihr Papa plötzlich mit seinem Schiff aufkreuzt und sie als Prinzessin nach Taka-Tuka-Land mitnehmen möchte, ist die neue Perspektive höchst verlockend: endlich mit Papa wieder an Bord gehen! Annika und Thomas stehen wie vom Donner gerührt daneben. Aber Pippi beweist einmal mehr, wie entscheidungsstark sie ist …

2020 Hippejusse (Pippi/ F.V. Giesmann) - THS 2020 - Foto © by Benjamin Stollenberg2020 Wer ist stärker? (Pippi/ F.V. Giesmann, Gewichtheber/ L. Spitzenberg) - THS 2020 - Foto © by Benjamin Stollenberg2020 Spaß mit Einbrecher (Pippi/ F.V. Giesmann, Einbrecher/ L. Spitzenberg) - THS 2020 - Foto © by Benjamin Stollenberg2020 Wo ist Pippi? (Polizist/ C. Werner, Polizistin/ S. Friedrich) - THS 2020 - Foto © by Benjamin Stollenberg2020 Onkel hat Hunger? (Pippi/ F. V. Giesmann) - THS 2020 - Foto © by Benjamin Stollenberg2020 Zirkus (Pippi/ F. V. Giesmann, Direktorin/ S. Friedrich, Gewichtheber/ L. Spitzenberg) - THS 2020 - Foto © by Benjamin Stollenberg

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PRESSESTIMMEN

Rambazamba in der Villa
„Diana Gantner feiert mit „Pippi Langstrumpf“ beim Theatersommer ein gelungenes Regiedebüt

LUDWIGSBURG. Zum 20. Jubiläum des Kinder- und Familientheaters beim LudwigsburgerTheatersommer sollte auch der Generationenwechsel eingeleitet werden. Co-Intendantin Christiane Wolff, die für all die wunderbaren Inszenierungen der letzten 19 Jahre, die tausenden von kleinen und großen Zuschauern so viel Freude beschert haben, verantwortlich ist, will sich etwas zurückziehen. Und Diana Gantner, die in vielen Produktionen dieser spannenden Reihe tragende Rollen gespielt hat, soll nun die Regie übernehmen.

Ein gelungenes Regiedebüt, eine herrliche Produktion, ein perfekter Stabwechsel, der dabei dann am Samstagnachmittag bei der Premiere von „Pippi Langstrumpf“ zu sehen war. Christiane Wolff hat noch die szenische Einrichtung von Astrid Lindgrens Welterfolg besorgt, Diana Gantner wurde also nicht ins kalte Wasser geworfen, der Übergang funktioniert nahtlos und schafft auch unter den erschwerten Bedingungen der Zeit ein wunderschönes Stück, an dem sich auch auf den wegen der Hygieneauflagen dünner als üblich besetzten Zuschauerbänken eine prächtige, fröhliche Stimmung ausbreitet. Natürlich ist der Stoff dankbar, diese ewig junge Geschichte des anarchistischen, starken, unabhängigen Mädchens Pippi Langstrumpf, das alleine in der Villa Kunterbunt mit seinem Pferd „Kleiner Onkel“ und dem Affen „Herr Nilsson“ lebt. Eine zeitlose Geschichte, die bis heute Generationen von Kindern begeisterte und weiterhin begeistern wird.

Diana Gantner inszeniert, wie man sie auch als Schauspielerin kennt: temperamentvoll, direkt, lebhaft, manchmal überquellend, mit ständiger Action auf der Bühne. Und so ist auf dem Platz vor der Villa Kunterbunt, aus der immer wieder auch der „Kleine Onkel“ herausschaut, allerhand geboten. Leif Erik Heine hat wunderschöne Kostüme und ein fantasievoll-funktionales Bühnenbild entworfen, das Gantner mit ihrem vierköpfigen Ensemble herrlich lebhaft bespielt. Immer ist irgendetwas geboten, ständig gibt es spannende Ereignisse und Wendungen zu verfolgen, wenn die Nachbarskinder Annika und Thomas auf Pippi treffen.

Absoluter Volltreffer: Farina Violetta Giesmann in der Hauptrolle. Und in der Titelrolle hat man mit Farina Violetta Giesmann, die schon im letzten Jahr zum Ensemble gehörte, einen absoluten Volltreffer gelandet. Da braucht es gar keine großen maskenbildnerischen Tricks, da muss man gar nicht die Film- und Zeichenfigur der Pippi sklavisch äußerlich kopieren, Giesmann ist eine eigenständige Pippi, die aber die Rolle mehr als voll ausfüllt, ihr ein eigenes Gepräge gibt, welches es auch ermöglicht, dass diese Theaterfassung von Christian Schönfelder, Dramaturg am Jes in Stuttgart, ihre eigene Dynamik entwickelt. Dabei lässt sich die einfallsreiche Diana Gantner auch nicht von den Corona-Auflagen bremsen, im Gegenteil, über die lebhaften Kindertheaterszenen hinaus baut sie auch durchaus ironisch Anspielungen darauf ins Stück ein. So besitzt ihre Pippi einen „Abstandsarm“, die hysterische Gouvernante vom Waisenverein kreischt öfters mal „Abstand“ und auch der Ringkampf Pippis mit dem Schwerathleten aus dem Zirkus bekommt durch das Abstandsgebot eine ganz eigene Komik. Gut gemacht von der Regie und gut gemacht von den Akteuren. Stefanie Friedrich als Annika sowie in einigen Nebenrollen erweist sich erneut als solides, langjähriges Mitglied des Ensembles, ebenso wie Tri-Bühne-Star Christian Werner, der einmal mehr seine frappierende Vielseitigkeit in diversen Rollen beweist, die er mit seiner hohen Wandlungsfähigkeit jeweils mit ganz unterschiedlichen Facetten belegt. Und auch Lukas Spitzenberg fügt sich als Thomas und in anderen Rollen nahtlos in dieses homogene, spielfreudige Ensemble ein, mit dem Diana Gantner auf vielen Ebenen zu überzeugen weiß, so dass Begeisterung und Beifall am Ende kaum merken lassen, dass die Bänke nur nach der mit Abstandsregel besetzt sind. Dieses Stück wird mit Sicherheit noch vielen weiteren Zuschauern Freude bereiten. „
VON ARNIM BAUER / Ludwigsburger Kreiszeitung

ZUSCHAUERZAHLEN
2020:  1.009 Zuschauer / 19 Vorstellungen (*Coronabedingte Kapazität: 48 Plätze)
2021:  1.944 Zuschauer / 41 Vorstellungen (*Coronabedingte Kapazität: 48 Plätze)

2022:  3.342 Zuschauer / 21 Vorstellungen

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