Nach der Saison ist vor der Saison

Was macht ihr eigentlich im Winter?

Immer wieder wird gefragt, was nach der Saison hinter den Mauern des Gartens passiert. Die Antwort ist einfach: Nach der Saison ist vor der Saison! Nach einem kurzen Urlaub beginnen daher schon wieder die Vorbereitungen für die nächste Spielzeit.

September – Der (Theater)Sommer ist vorbei und es gilt abzuarbeiten, was in der heißen Phase des Spielbetriebes liegen geblieben ist. Meist reicht es daher nur für eine kurze Urlaubsphase, bevor die lange Zeit des Abbaus und der Nachbereitung beginnt. Arbeiten während der Saison ca. 30-35 Menschen beim Theatersommer, verkleinert sich das Personal von September bis März auf 3-4 Mitarbeiter/Innen.

Oktober – Kostüme, Bühnenbilder, Requisiten und auch die Licht- und Tontechnik werden in den jeweiligen Lagern verstaut, die Bestuhlung und Tribünen winterfest abgedeckt. Ist alles an seinem Platz, gilt es alle technischen Geräte und die Infrastruktur zu überprüfen und gegebenenfalls zu reparieren. In dieser Zeit entstehen auch die meisten der baulichen Veränderungen auf dem Theatersommer-Gelände, für die ansonsten der notwendige Freiraum fehlt. Parallel dazu wird an der Spielzeitbilanz gearbeitet, welche die vergangene Saison zusammenfassend auswertet, und sich um Verlagsabrechnungen, GEMA-Listen und Statistiken gekümmert.

November – Nachdem das Laub gefallen ist, nimmt sich ein Team von Gärtnern Sträucher und kleinere Bäume vor und kümmert sich um deren fachgerechten Beschnitt. Zeitgleich tritt in den Innenräumen die Stückauswahl in die entscheidende Phase. Projekte, Ideen und Texte werden diskutiert und zu möglichen Spielplan-Varianten zusammengestellt. Weiterhin entstehen die Haushaltspläne für die kommende Spielzeit, die nach Fertigstellung an Zuschussgeber und Sponsoren verschickt werden.

Dezember – Die Spielplan-Auswahl ist abgeschlossen, nun beginnt die intensive Phase des Schreibens – Stoffe werden überarbeitet oder neu übersetzt. Da hierbei der Grundstein für den künstlerischen Erfolg der Saison gelegt wird, erfordert diese Etappe einiges an Zeit und Konzentration. Dennoch finden parallel bereits erste Engagement-Gespräche mit Schauspielern statt.

Januar – Im neuen Jahr geht es hinsichtlich der Spielplan-Gestaltung in den Endspurt. Die Bearbeitungen der Stücke werden fertiggestellt, Hintergrundmaterial wird dramaturgisch aufbereitet und natürlich die Vakanzen für die Schauspieler ausgeschrieben.

Februar – Die Vorsprechen für das künstlerische Personal beginnen, bei über 250 Bewerbungen pro Jahr ist das eine zeitintensive Angelegenheit. Trotzdem wird simultan auch mit dem Entwerfen der Bühnenbilder begonnen.

März – Wenn Spielplan und das Ensemble soweit feststehen, ist es an der Zeit sich auch im Garten wieder an die Vorbereitungen zu machen. Der Baumbestand wird untersucht, das liegengebliebene Laub containerweise abtransportiert und das technische Inventar (Licht und Ton) aus dem Winterschlaf erweckt. Auch werden die ersten Bühnenbilder angefertigt und direkt aufgebaut.

April – Die umfangreiche Werbemittelproduktion beginnt. Es gilt Texte zu schreiben, Fotos auszuwählen und an der graphischen Gestaltung zu feilen. Bei manchmal bis zu 6 Plakaten, zwei Programmmagazinen, Großtransparenten und einem aufwendigen Internetauftritt trägt diese Phase natürlich gelegentlich die Züge eines logistischen Alptraumes. Für die engagierten Schauspieler/Innen, die aus den verschiedensten Ecken Deutschlands anreisen, müssen Wohnungen gefunden werden, denn meist beginnen Mitte des Monats die Vorproben für eine Produktion, deren Ergebnis später nur noch innerhalb weniger Tage wieder hergestellt wird.

Mai – Die Proben für die Hauptproduktionen haben begonnen. Bei manchmal bis zu drei Produktion wird umschichtig 10-12 Stunden geprobt. In Zusammenarbeit mit den Kostümbildner/Innen entstehen die Kostüme. Die Verteilung der Werbemittel wird organisiert und das Personal für Kartenverkauf, Abriss, Theke und die Reinigung zusammengestellt.

Juni/Juli/August – Mit der ersten Premiere  beginnt der Spielbetrieb, natürlich laufen währenddessen schon die Proben für die folgenden Produktionen – bei jedem Spielplanwechsel steht ein großer Umbau an, in meist nur 2 Tagen werden Bühnenbilder umgebaut und die entsprechenden Licht- und Toneinrichtungen vorgenommen. Insgesamt sind diese drei Monate die arbeitsintensivste, aber auch die spannendste und schönste Zeit, da alle Planungen, Vorbereitungen und Visionen nun endlich Realität werden und so die Ergebnisse der künstlerischen Arbeit bei den Menschen ankommen.

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